USDC gewinnt bei der Nutzung die Oberhand über USDt

Aug 25, 2026 - 18:10
USDC gewinnt bei der Nutzung die Oberhand über USDt

Circle-Aktien haben in den vergangenen vier Wochen rund 40 Prozent zugelegt, nachdem sich die Aktie im November 2025 zeitweise wieder ihrem IPO-Preis von 31 US-Dollar angenähert hatte. Das Analysehaus Bernstein sieht darin keinen einmaligen Ausschlag, sondern den Beginn eines neuen Wachstumszyklus für den Stablecoin USDC. In einer am Montag veröffentlichten Research-Note bestätigt Bernstein sein Outperform-Rating für Circle und setzt das Kursziel auf 140 US-Dollar – gut 60 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Was Bernstein als „digital dollar reflation“ bezeichnet

Kern der bullischen These ist eine plötzliche Trendwende beim Angebotswachstum von USDC. Nach rund sechs Monaten mit stagnierender oder rückläufiger Entwicklung ist das USDC-Angebot laut Bernstein binnen sieben Tagen um etwa 2 Milliarden US-Dollar gestiegen. Die Analysten sprechen von „digital dollar reflation“ und deuten damit an, dass die Nachfrage nach dollarbasierten digitalen Assets wieder anzieht.

Bernstein ordnet den Sprung nicht als Ausreißer ein, sondern als Auftakt eines Zyklus, der sich über die kommenden zwölf Monate fortsetzen könnte. Für Investoren ist das relevant, weil das Wachstum des Stablecoin-Angebots häufig als Frühindikator für die on-chain- und off-chain-Nutzung gilt, was wiederum die Ökonomie der Emission stützt.

USDC überholt USDt bei der Transaktionsquote

Nach Marktkapitalisierung bleibt USDC weiterhin die Nummer zwei hinter Tethers USDt. Bernstein verweist jedoch darauf, dass USDC bei der tatsächlichen Nutzung Boden gutmacht: Der Anteil an der bereinigten Stablecoin-Transaktionsvolumen ist von rund 40 Prozent im Jahr 2025 auf mehr als 60 Prozent im laufenden Jahr 2026 gestiegen und liegt damit erstmals über dem von USDt.

USD Coin logo with a white dollar sign symbol and text on a blue background

Transaktionsvolumen gilt am Markt häufig als Proxy für reale Nutzung – Überweisungen, Swaps, Zahlungen – im Unterschied zu reinen Halteinteressen. Bernsteins These läuft damit auf eine Divergenz hinaus: Auch ohne Führung bei der Marktkapitalisierung könnte USDC bei der Aktivität die Nase vorn haben, was für Händler und Unternehmen bei Abwicklung und Liquidität relevant ist.

Regulatorische Klarheit als Katalysator

Als Treiber der nächsten Wachstumsphase nennt Bernstein mehrere sich überlagernde Faktoren: eine verbesserte Stimmung am Kryptomarkt insgesamt, mehr regulatorische Klarheit in den USA, die Ausweitung tokenisierter Kapitalmärkte sowie eine wachsende Nutzung von Stablecoins im Zahlungsverkehr. Genau hier setzt auch die wachsende Bedeutung von Stablecoins im US-Finanzsystem an, die die künftige USDC-Nachfrage stützen könnte.

Auffällig ist zudem ein früher, noch schwacher Hinweis: Bernstein sieht erste Anzeichen dafür, dass KI-Agenten Stablecoins für Zahlungen nutzen. Mit zunehmender Automatisierung könnten Stablecoins so zur Recheneinheit für Maschine-zu-Maschine-Zahlungen werden, dort wo Dollarstabilität statt Kryptovolatilität gefragt ist. Wie stark regulatorische Vorgaben – etwa Compliance-Anforderungen im Stablecoin-Handel – dieses Wachstum am Ende bremsen oder beschleunigen, bleibt eine offene Frage für institutionelle Marktteilnehmer.

Fundamentaldaten stützen die These

Circle ist im Juni 2025 zu einem Preis von 31 US-Dollar je Aktie an die Börse gegangen und hat dabei rund 1,1 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Nach einem anfänglichen Kursanstieg fiel die Aktie im Zuge der breiteren Kryptomarkt-Korrektur bis November 2025 wieder in Richtung IPO-Niveau zurück.

Circle Internet Financial company logo featuring a multi-colored circular icon and the word CIRCLE

Im jüngsten Quartal meldete Circle 701 Millionen US-Dollar Umsatz und 48 Millionen US-Dollar Nettogewinn, beides über dem Vorjahreswert. Für Anleger, die Bernsteins Wachstumsthese prüfen, ist dieser Hintergrund wichtig: Verbesserte operative Zahlen erleichtern es dem Markt, das Management-Potenzial zur Monetarisierung des Stablecoin-Wachstums fundamental zu bewerten, statt es als rein narrativgetriebenen Trade abzutun.

Was jetzt zu beobachten ist

Kurzfristig bleibt offen, ob der Angebotssprung bei USDC eine Momentaufnahme oder der Startpunkt eines strukturellen Trends ist. Übergeordnet dürften die entscheidenden Datenpunkte in den kommenden Monaten anhaltendes Angebotswachstum, eine stabile oder weiter steigende Transaktionsanteilsquote sowie eine Verbreiterung der Zahlungsanwendungen über frühe Experimente hinaus sein.

Bleiben diese Kennzahlen intakt und hält Circles operative Entwicklung Schritt, dürfte Bernsteins Zwölf-Monats-These an Glaubwürdigkeit gewinnen. Schwächen sich die Metriken hingegen ab, dürfte der Markt das jüngste Stablecoin-Wachstum wieder als zyklisches statt strukturelles Phänomen einordnen – ein Muster, das sich auch bei der Entwicklung institutioneller Kryptomarktzugänge international beobachten lässt.

Quelle: KuCoin News

The post USDC gewinnt bei der Nutzung die Oberhand über USDt appeared first on Cryptonews Germany.