Krypto-Betrug: USA und Großbritannien planen gemeinsamen Einsatz
Die USA und das Vereinigte Königreich haben eine gemeinsame Strafverfolgungsallianz gegen Betrugszentren gebildet, die in Krypto- und internetgestützten Anlagebetrug involviert sind. Das US-Justizministerium bezeichnet die Vereinbarung als „erstmalige“ internationale Kooperationsstruktur mit dem Ziel, solche Betrugsnetzwerke gezielt außer Gefecht zu setzen.
USA und Großbritannien bündeln Ermittlungen gegen Betrugszentren
Am Donnerstag gab das US-Justizministerium bekannt, dass die US-Staatsanwaltschaft für den District of Columbia, der Crown Prosecution Service von England und Wales sowie die britische National Crime Agency ein Memorandum of Understanding unterzeichnet haben. Im Rahmen der Vereinbarung wollen die Behörden parallele Ermittlungen gegen gemeinsame Ziele führen und Informationen über Syndikate der organisierten Kriminalität austauschen.
Zusätzlich soll geklärt werden, welche Gerichtsbarkeiten bestimmte Fälle strafrechtlich verfolgen. Laut Justizministerium haben die Behörden bereits Überschneidungen bei laufenden Fällen festgestellt – ein deutliches Indiz dafür, dass Zielpersonen und Netzwerke auf beiden Seiten des Atlantiks parallel auftauchen.
Konkret wird die Kooperation Anfang Oktober sichtbar: In London ist gemeinsam mit Partnern aus dem Privatsektor ein Vor-Ort-Einsatz gegen entsprechende Strukturen geplant. Ähnliche grenzüberschreitende Formate zeigen sich auch bei anderen aktuellen Fällen, etwa bei der internationalen Operation gegen das Sality-Botnet, bei der ebenfalls mehrere Länder gegen eine Krypto-bezogene Cyberbedrohung vorgingen.

Steigende gemeldete Verluste erhöhen den Ermittlungsdruck
Das grenzüberschreitende Abkommen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die gemeldeten Verluste durch Krypto-Anlagebetrug in den USA weiter steigen. Laut Justizministerium wuchsen die dem Internet Crime Complaint Center des FBI gemeldeten Schäden von 4,57 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 8,65 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 – ein Anstieg von 89 Prozent.
Die neue Vereinbarung erweitert die Scam Center Strike Force, die US-Staatsanwältin Jeanine Ferris Pirro im November 2025 gegen Netzwerke der chinesischen organisierten Kriminalität ins Leben gerufen hat. Deren Machenschaften umfassen laut Justizministerium Krypto-Anlagebetrug und stehen häufig mit Menschenhandel und Geldwäsche in Verbindung – ein Zusammenhang, der die Dimension dieser Fälle über reine Finanzkriminalität hinaushebt.
Zur Taskforce gehören das FBI, der US Secret Service, die Criminal Investigation des Internal Revenue Service sowie Homeland Security Investigations und Dienststellen des Justizministeriums. Sie arbeitet zudem mit dem US-Finanz- und dem US-Außenministerium sowie privaten Unternehmen zusammen, um Betrugsoperationen zu stören und Opfergelder zurückzuerlangen – ein Muster, das sich auch bei Verfahren zeigt, in denen die britische National Crime Agency Vermögenswerte einfriert.
Internationale Razzien zeigen den grenzüberschreitenden Ansatz
Internationale Behörden haben bereits zuvor Razzien gegen ähnliche Operationen koordiniert. Am 29. April berichtete das Justizministerium über eine von der Polizei in Dubai geleitete Operation unter Beteiligung des FBI und des chinesischen Ministeriums für Öffentliche Sicherheit, bei der 276 Menschen festgenommen und mindestens neun Krypto-Betrugszentren geschlossen wurden. Sechs Menschen wurden wegen Machenschaften angeklagt, bei denen mutmaßlich gefälschte Krypto-Anlageplattformen eingesetzt wurden, um von Opfern Einzahlungen zu erbitten.

Auch Regierungen in Südostasien haben strengere innerstaatliche Maßnahmen ergriffen. Am 15. Mai legte die Militärregierung Myanmars einen Gesetzentwurf mit Strafandrohungen vor, die von zehn Jahren bis lebenslanger Haft für Betrug mit digitalen Währungen reichen; die Todesstrafe könnte verhängt werden, wenn zur Arbeit in Betrugszentren gezwungene Menschen getötet wurden. Am 28. Juli stimmte das Parlament dem Entwurf zu, die Zustimmung des Präsidenten stand zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch aus.
Diese Beispiele verdeutlichen, dass sich staatliches Vorgehen gegen Krypto-Betrugsstrukturen zunehmend über nationale Grenzen hinweg verzahnt – parallel dazu justieren auch Aufsichtsbehörden wie die SEC ihren regulatorischen Blick auf Blockchain- und Digital-Asset-Aktivitäten.
Quelle: cryptonews.net
The post Krypto-Betrug: USA und Großbritannien planen gemeinsamen Einsatz appeared first on Cryptonews Germany.