25-Milliarden-Dollar-Kartenprogramm setzt auf SoFiUSD

Sep 23, 2026 - 16:11
25-Milliarden-Dollar-Kartenprogramm setzt auf SoFiUSD

SoFi Bank, N.A. und Mastercard haben die Abwicklung von Kartentransaktionen über den bankeigenen Stablecoin SoFiUSD im globalen Mastercard-Zahlungsnetzwerk live geschaltet. Der Schritt bindet Stablecoin-Settlement erstmals vollständig in die bestehende Karteninfrastruktur einer national zugelassenen US-Bank ein, ohne dass Händler eigene Blockchain-Systeme aufbauen müssen.

Stablecoin-Abwicklung für SoFis gesamtes Kartenprogramm

Laut der am 22. September 2026 veröffentlichten Mitteilung migriert SoFi Bank ihr komplettes Debit- und Kreditkartenprogramm mit einem Volumen von 25 Milliarden US-Dollar auf Settlement mit SoFiUSD. Das Programm soll künftig mehr als 25 Milliarden US-Dollar an annualisiertem Zahlungsvolumen über den Stablecoin abwickeln.

SoFi bezeichnet SoFiUSD als ersten Stablecoin, der von einer national zugelassenen Bank ausgegeben wird und nun im Mastercard-Netzwerk zum Einsatz kommt. Die Transaktionen laufen laut Unternehmensangaben bereits produktiv auf der Blockchain; welches konkrete Netzwerk dabei zur Abwicklung genutzt wird, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Vergleichbare Infrastrukturprojekte zeigen, wie Banken und Fintechs Stablecoin-Rails in bestehende Zahlungsprozesse integrieren – etwa der Aufbau von Stablecoin-Infrastruktur bei Kakao und Fireblocks, wo ähnliche Abwicklungsmodelle entstehen.

Bankausgegebener Stablecoin im Zahlungsverkehr

SoFiUSD wird von SoFi Bank, N.A. ausgegeben, einer von der US-Bankenaufsicht OCC (Office of the Comptroller of the Currency) regulierten, national zugelassenen Bank. Der Token ist im Verhältnis 1:1 gegen US-Dollar einlösbar und laut SoFi überwiegend durch Bargeldreserven gedeckt.

Gleichzeitig weist SoFi darauf hin, dass SoFiUSD keine Einlage darstellt und weder durch die FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) noch durch die SIPC (Securities Investor Protection Corporation) versichert ist. Der Stablecoin ist zudem kein gesetzliches Zahlungsmittel und kann an Wert verlieren – ein Unterschied zu klassischen Bankeinlagen, den SoFi in den offiziellen Nutzungsbedingungen explizit festhält.

Ähnliche regulatorische Abgrenzungen zeigen sich auch bei anderen Anbietern regulierter Stablecoin-Zahlungen, etwa im Zusammenhang mit der jüngsten Series-A-Finanzierung von dtcpay über 25 Millionen US-Dollar.

SoFi und Mastercard sehen mehr Anwendungsfälle

SoFi-CEO Anthony Noto beschreibt den Übergang von der Ankündigung im März bis zum produktiven Live-Betrieb als Entwicklung, die innerhalb von sechs Monaten von der Idee zum marktreifen Produkt geführt habe. Händler müssten dabei weder Stablecoins halten noch neue Infrastruktur aufbauen, da Abwicklungsgelder über SoFis Big-Business-Banking-Plattform direkt und rund um die Uhr kostenfrei in Bargeld umgewandelt werden könnten, so Noto.

Sherri Haymond, Global Head of Digital Commercialization bei Mastercard, verweist darauf, dass Stablecoins erst dann relevant würden, wenn sie reale Probleme im Geschäftsalltag lösen. Mit SoFi bewege man sich von der Erprobung in die produktive Umsetzung, wobei die Sicherheits- und Skalierungsstandards des Mastercard-Netzwerks erhalten blieben, so Haymond.

Ausweitung auf Händler und weitere Zahlungsfälle

SoFi erklärt, sich bereits in Gesprächen mit großen US-Händlern über stablecoin-basierte Abwicklungsvereinbarungen zu befinden – von multinationalen Einzelhändlern bis zu Technologie-Serviceplattformen. Konkrete Partner oder Zeitpläne nennt das Unternehmen bislang nicht.

Gemeinsam mit Mastercard will SoFi zudem weitere Einsatzfelder für SoFiUSD prüfen, darunter grenzüberschreitende Zahlungen und Überweisungen. Beide Punkte sind laut Mitteilung als Vorhaben zu verstehen, nicht als bereits umgesetzte Funktionen.

Der Rollout ergänzt ein Settlement-Programm, das Mastercard nach eigenen Angaben bereits zuvor mit weiteren Stablecoin-Partnern angekündigt hatte, wie crypto.news berichtet. Details zu diesen zusätzlichen Partnern blieben in der aktuellen SoFi-Mitteilung jedoch unerwähnt.

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