Rückzahlung offen: NEAR Intents gibt mutmaßlichem Angreifer 48 Stunden

Okt 02, 2026 - 08:26
Rückzahlung offen: NEAR Intents gibt mutmaßlichem Angreifer 48 Stunden

NEAR Intents erklärt, den mutmaßlichen Angreifer hinter dem Verlust von 3,8 Millionen US-Dollar identifiziert zu haben, und setzt eine Frist von 48 Stunden für die Rückgabe der Nutzerfonds. Damit verschiebt sich der Fokus von der Dienstunterbrechung und technischen Ursachenanalyse auf die Frage, ob Geld zurückfließt oder der Fall weiter eskaliert.

NEAR Intents fordert Rückgabe binnen 48 Stunden

Wie Cointelegraph berichtet, erklärte NEAR Intents am Freitag, die Person hinter der Sicherheitsverletzung identifiziert zu haben. Die vorläufige Untersuchung des Protokolls bezifferte den Verlust auf 3,8 Millionen US-Dollar an Nutzerfonds. Eine unabhängig bestätigte Identität des mutmaßlichen Angreifers nannte der Bericht nicht.

General Manager Alex Shevchenko veröffentlichte in einem X-Beitrag drei Empfangsadressen für Bitcoin, BNB und Solana. Über diese Adressen soll die Rückgabe der Mittel innerhalb des angekündigten 48-Stunden-Fensters erfolgen. Shevchenko stellte die Frist als letzte Möglichkeit im Rahmen einer verantwortungsvollen Offenlegung dar; nach ihrem Ablauf sei dieses Fenster geschlossen.

„Responsible Disclosure“ bezeichnet hier den Weg, einen Sicherheitsvorfall offenzulegen und eine Rückgabe der entwendeten Mittel zu ermöglichen, bevor weitere Schritte folgen. Die Formulierung ist jedoch keine Bestätigung, dass die Gelder bereits zurückgeflossen sind: Bislang ist lediglich die Aufforderung samt Frist bekannt. Eine ähnliche Frage nach technischen Sicherungen und dem Umgang mit zurückgeholten Vermögenswerten stellt sich auch bei der Rückholung gestohlener ATOM.

Ein Fehler in der Omni-Schnittstelle führte zur Dienstpause

Am Donnerstag pausierte NEAR Intents seine Dienste, nachdem ein Fehler in der Interaktion zwischen der Omni-Ein- und Auszahlungsinfrastruktur und dem Smart Contract von NEAR Intents entdeckt worden war. Die vorläufige Untersuchung führte den Verlust auf diesen Vorfall zurück. Weitere technische Einzelheiten zur Schwachstelle enthält die vorliegende Meldung nicht.

NEAR Intents sagte zu, betroffene Nutzer vollständig zu entschädigen. Diese Zusage ist für Nutzer zentral, unabhängig davon, ob der mutmaßliche Angreifer die Mittel innerhalb der gesetzten Frist zurückgibt. Damit stehen nun zwei getrennte Fragen im Raum: die Rückgewinnung der Gelder und die Erfüllung der Kompensationszusage durch das Protokoll.

Blockchain-Ermittler ZachXBT zufolge wurden die Gelder zunächst zur Kryptobörse KuCoin transferiert und anschließend über eine Bridge zu Bitcoin bewegt. Das beschreibt den von ihm nachverfolgten Geldfluss, belegt aber für sich genommen weder eine Rückzahlung noch eine Identität des Angreifers. Auch der Umgang mit Kundengeldern nach einem Börsen-Hack zeigt, warum Rückholung und Entschädigung getrennt betrachtet werden müssen.

Das offizielle Logo von KuCoin mit einem blauen Symbol und grünem Schriftzug auf weißem Hintergrund.
Logo von KuCoin

Der Fristablauf ist der nächste klare Wendepunkt

Der nächste konkrete Schritt ist der Ablauf des angekündigten 48-Stunden-Fensters. Einen exakten Endzeitpunkt nannte NEAR Intents in der Meldung nicht; ebenso liegt bislang keine bestätigte Rückzahlung der 3,8 Millionen US-Dollar vor. Daher lässt sich noch nicht beurteilen, ob die Frist zu einer Einigung führt.

Nach Ablauf könnten weitere technische oder forensische Informationen bekannt werden oder der Fall eskalieren. Das sind mögliche Entwicklungen, keine von NEAR Intents bestätigten Maßnahmen. Für betroffene Nutzer bleibt vor allem die vollständige Kompensationszusage relevant: Sie entscheidet darüber, ob der Verlust auch dann ausgeglichen wird, wenn die Rückforderung scheitert.

The post Rückzahlung offen: NEAR Intents gibt mutmaßlichem Angreifer 48 Stunden appeared first on Cryptonews Germany.