Verkaufsstopp der Krypto-Veteranen: Ein neues Signal für den Bitcoin-Boden im September?
Während der kurzfristige Verkaufsdruck durch den asiatischen Tech-Ausverkauf den Bitcoin-Kurs belastet, zeigt sich auf der Blockchain eine gegensätzliche, zutiefst bullishe Dynamik. Die ältesten und erfahrensten Bitcoin-Investoren – die sogenannten „Ur-Halter“ (OGs) – haben ihre Verkäufe fast vollständig eingestellt. On-Chain-Daten und historische Halving-Modelle deuten nun darauf hin, dass der Markt im Spätsommer den endgültigen Tiefpunkt dieser Korrekturphase ausbilden könnte.
OG-Halter stellen Verkäufe ein: Ein 19-Monats-Tief
Laut Daten der Analyseplattform CryptoQuant ist die Aktivität von Investoren, deren Bitcoin seit mehr als fünf Jahren unbewegt in den Wallets lagen, massiv eingebrochen. Der gleitende 90-Tage-Durchschnitt ihrer Ausgaben sank auf gerade einmal 962 BTC pro Tag. Dies ist der niedrigste Wert seit November 2024.
Dieser Rückzug folgt auf drei massive Verkaufswellen in den vergangenen zwei Jahren, bei denen die Alt-Investoren bei starken Kursanstiegen Gewinne realisierten. Der Spitzenwert lag im Mai 2024 bei durchschnittlich 3.860 BTC pro Tag, gefolgt von weiteren Wellen im Februar und September 2025. Dass der Verkaufsdruck nun so drastisch nachgelassen hat, ist bemerkenswert: Die historisch teuersten Coins dieser Gruppe wurden zu einem Kurs von rund 63.200 US-Dollar erworben. Trotz der Tatsache, dass sich Bitcoin derzeit exakt im Bereich dieser psychologisch wichtigen Einstandspreise bewegt, weigern sich die OGs, ihre Bestände auf den Markt zu werfen.
Die Kapitulation der „schwachen Hände“
Der Krypto-Forscher Axel Adler Jr. hebt eine wachsende Kluft zwischen kurzfristigen Krypto-Neulingen (Short-Term Holders, STH) und den langfristigen Überzeugungstätern (Long-Term Holders, LTH) hervor. Das bereinigte nicht realisierte Netto-Gewinn-/Verlust-Verhältnis (aNUPL) ist auf einen Wert von -0,14 gefallen, nachdem es vor einem Monat noch nahe der Nulllinie notierte. Dies zeigt, dass der durchschnittliche Marktteilnehmer bei einem aktuellen Kurs von rund 62.500 US-Dollar wieder auf Buchverlusten sitzt.
Die Auswertung des realisierten Kapitals offenbart die unterschiedliche Schmerzgrenze der beiden Gruppen: Das Kapital der kurzfristigen Halter ist um 56 Prozent eingebrochen, während das der Langzeithalter kaum spürbare Rückgänge verzeichnet. Das Fazit des Analysten fällt eindeutig aus: Die spekulativen Anleger kapitulieren und verkaufen im Verlust, während die starken Hände der Krypto-Veteranen nicht einmal mit der Wimper zucken. Da die Metrik in den letzten drei Monaten fast zur Hälfte im negativen Bereich lag, wird deutlich, dass der aktuelle Abwärtsdruck vor allem ein Reinigungsprozess unter den Neuzugängen ist.
Halving-Modell visiert den Boden für September an
Parallel zu den On-Chain-Daten liefert die Zyklusanalyse neue Anhaltspunkte für das Ende der Durststrecke. Der Krypto-Analyst LP verweist auf ein wiederkehrendes Muster, das eng mit den Bitcoin-Halving-Zyklen verknüpft ist. Im vergangenen Bärenmarkt erreichte Bitcoin seine finale Kapitulationsphase exakt 826 Tage nach dem Halving-Event, woraufhin eine 70 bis 110 Tage dauernde Bodenbildung und Seitwärtsphase folgte.
Im aktuellen Zyklus fällt die magische Marke von 826 Tagen auf den 6. Juli 2026. Überträgt man das historische Zeitfenster für die anschließende Konsolidierung auf das aktuelle Jahr, ergibt sich ein potenzielles Zeitfenster für den endgültigen Marktboden im frühen September 2026.
Ergänzt wird diese Prognose durch die charttechnische Analyse des Traders Titan. Auf dem vierteljährlichen Chart existiert ein bisher unangetastetes Tief bei 58.900 US-Dollar sowie eine offene Kurslücke (Fair Value Gap) im Bereich zwischen 49.000 und 58.900 US-Dollar. Sollte der Kurs dieses Liquiditätspolster bis in den September hinein ansteuern und dort die verbliebenen Verkaufsorders einsammeln, dürfte dies den perfekten Nährboden für das finale Tief und den anschließenden Start der nächsten Aufwärtswelle im Spätherbst bilden.
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