Luxusautos für Opfer: Lam gesteht Krypto-Betrug über 245 Millionen
Malone Lam, 22, singapurischer Staatsbürger mit zuletzt Wohnsitz in Miami, hat sich am Dienstag wegen RICO-Verschwörung schuldig bekannt. Laut US-Justizministerium führte er ein Social-Engineering-Netzwerk, das mehr als 245 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen stahl und wusch – überwiegend, indem Opfer zur Herausgabe eigener Zugangsdaten gebracht wurden. Gehackt wurden dabei nicht die Wallets selbst, sondern deren Besitzer.
So wurden mehr als 245 Millionen Dollar erbeutet
Der größte belegte Einzelfall ereignete sich am 18. August 2024. Die Täter gaben sich als Vertreter von Google und der Krypto-Börse Gemini aus und überzeugten ein Opfer in Washington, D.C., Zugriff auf dessen Google Drive zu gewähren sowie Sicherheitscodes preiszugeben. Auf diesem Weg wurden mehr als 4.100 Bitcoin im Wert von über 245 Millionen US-Dollar aus der Wallet des Opfers transferiert.
Weitere Fälle sind laut Anklage dokumentiert: rund 800.000 US-Dollar von einem Opfer im Juni 2024 sowie etwa 14 Millionen US-Dollar von einem weiteren. Ein Einbruchsversuch in New Mexico, bei dem die Täter Zugriff auf eine Hardware-Wallet erlangen wollten, blieb dagegen ohne Erfolg.
Das Netzwerk, Luxusausgaben und die Festnahme
Die Gruppe soll sich laut Justizministerium über Beziehungen aus Online-Gaming-Plattformen formiert haben. Zu den beschriebenen Rollen zählen Datenbank-Hacking und Zielidentifikation, betrügerische Anrufe, Geldwäsche sowie physische Einbrüche für den Fall, dass der Fernbetrug scheiterte – eine ähnlich arbeitsteilige Struktur wie bei anderen aktuellen Krypto-Ermittlungsverfahren.
Die Erlöse flossen in einen auffällig teuren Lebensstil: Mitgliedern wird vorgeworfen, an einem Abend bis zu 500.000 US-Dollar in einem Nachtclub ausgegeben, Luxusvillen gemietet, Privatjets gechartert und Fahrzeuge im Wert von 3,8 Millionen US-Dollar gekauft zu haben. Lam wurde am 18. September 2024 in Miami festgenommen und hat inzwischen zugesagt, Ferraris, Rolls-Royces, Lamborghinis und Mercedes-Benzes als Entschädigung an Opfer abzugeben.
Staatsanwaltschaft ordnet den Fall ein
Assistant U.S. Attorney Christopher Howland bezeichnete die Organisation vor Gericht als Social-Engineering-Unternehmen. U.S. Attorney Jeanine Ferris Pirro erklärte sinngemäß, dass Cybercrime-Strukturen aufgespürt, zerschlagen und ihre Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden.
Lam droht nach seinem Schuldbekenntnis eine Höchststrafe von 20 Jahren Haft. Für den 8. Dezember ist ein Status-Hearing angesetzt, bei dem der weitere Verfahrensverlauf konkretisiert werden soll.
Warum menschliche Täuschung für Verwahrer relevant ist
Der Fall verdeutlicht, dass Zugriffskontrollen und menschliche Freigaben ein Sicherheitsrisiko bleiben können – unabhängig davon, ob HSM-, MPC- oder Multisignatur-Technik zum Einsatz kommt. Hongkongs Wertpapierregulierer hat bereits gewarnt, dass schwache Genehmigungsprozesse und Signer, die betrügerische Transaktionen autorisieren, Verwahrsysteme aushebeln können, egal wie robust die zugrunde liegende Technik ist.
Eine institutionelle Coinbase-Erhebung für 2026 zeigt zudem, dass 66 Prozent der befragten Investoren Sicherheits- und Schlüssel-Signaturprotokolle als zentrales Kriterium bei der Wahl eines Verwahrers nennen. Fälle, in denen gestohlene Vermögenswerte am Ende doch an Investoren zurückfließen, bleiben die Ausnahme – der Lam-Fall zeigt, dass Prävention auf Ebene des Zugriffsschutzes wichtiger ist als nachträgliche Wiederbeschaffung.
Quelle: Cryptopolitan
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