Robinhood Chain: Memecoins treiben Gebührenrekord

Sep 09, 2026 - 15:23
Robinhood Chain: Memecoins treiben Gebührenrekord

Die Robinhood Chain hat laut DeFiLlama-Daten am 4. September mit 6,04 Millionen Dollar Tagesgebühren einen neuen Rekord aufgestellt, nachdem die Chain-Revenue bereits am 2. September mit 4,01 Millionen Dollar über den Werten von Solana, Ethereum und Tron lag. Getragen wird die Rallye vor allem von den Memecoin-Plattformen Pons und GMGN sowie einer bis Ende September laufenden Gassubvention – nicht vom eigentlich beworbenen Geschäft mit tokenisierten Aktien.

Rekordgebühren der Robinhood Chain

Am 2. September verbuchte die erst zwei Monate alte Layer-2-Chain laut DeFiLlama 4,01 Millionen Dollar Chain Revenue bei 4,45 Millionen Dollar Chain Fees – mehr als Solana mit 81.714 Dollar am selben Tag sowie mehr als Ethereum und Tron auf derselben Vergleichsseite. Nur sechs Tage zuvor lag die tägliche Chain Revenue bei gerade einmal 179.815 Dollar. Der Sprung fiel damit nicht graduell, sondern beinahe senkrecht aus.

Wichtig ist die Unterscheidung der Kennzahlen: DeFiLlama wies am selben Tag zusätzlich 4,32 Millionen Dollar Application Revenue und 24,4 Millionen Dollar Total Fees aus. Nutzer der Robinhood Wallet zahlen aktuell keine Gebühren für die reine On-Chain-Ausführung; die ausgewiesenen Einnahmen stammen fast vollständig aus Anwendungen wie Pons, GMGN und Uniswap, die auf der subventionierten Infrastruktur aufsetzen. Wer die Gas-Mechanik hinter solchen Netzwerken verstehen will, findet in der Debatte um das Ethereum-Upgrade EIP-8141 und dessen Auswirkungen auf Gasgebühren einen direkten Vergleichspunkt.

Memecoins statt Token-Aktien

Das kumulierte DEX-Volumen der Robinhood Chain überschritt binnen weniger als zwei Monaten 47 Milliarden Dollar; beim 30-Tage-Volumen von 15 Milliarden Dollar liegt die Chain auf Rang fünf unter allen Netzwerken, das Tagesvolumen erreichte zuletzt 1,49 Milliarden Dollar. Den Löwenanteil liefert jedoch nicht der ursprünglich beworbene Handel mit tokenisierten Aktien, sondern der Launchpad Pons.

Pons nahm am 31. August 4,89 Millionen Dollar an Gebühren ein und übertraf damit Solanas pump.fun, das an diesem Tag auf 1,72 Millionen Dollar kam. In der Spitze wurden über Pons an einem einzigen Tag rund 22.600 neue Token gestartet, GMGN kam parallel auf 956.450 Dollar Tagesgebühren. Tokenisierte Aktien auf Uniswap brachten es in sechs Wochen auf 1,5 Milliarden Dollar kumuliertes Volumen mit einem Tageshoch von 130 Millionen Dollar am 29. August – gemessen am Gesamtvolumen der Chain entspricht das laut Quelle nur rund drei Prozent.

Die auslaufende Gassubvention

Die Rekordzahlen stehen unter einem Vorbehalt: Die 90-tägige Gassubvention startete am 1. Juli 2026 zum Mainnet-Launch und läuft rund am 29. September aus. Sie deckt für Robinhood-Wallet-Nutzer Swap-Kosten über fünf Dollar ab, in der Praxis zahlen die meisten Nutzer derzeit gar nichts. Wallets von Drittanbietern wie MetaMask oder Rabby zahlen bereits reguläre Gasgebühren – ein Zwei-Klassen-System aus subventionierten und zahlenden Nutzern.

Die Chain verarbeitet nach Angaben der Quelle 7,6 Millionen Transaktionen pro Tag und nähert sich damit Base mit 9,2 Millionen. Wie teuer die Subvention Robinhood tatsächlich kommt, ist offen: Das Unternehmen hat weder die Gesamtkosten noch seinen eigenen Umsatzanteil, die Sequencer-Marge oder die internen Subventionskosten offengelegt. Erste belastbare Zahlen dazu dürften erst mit den für Ende Oktober erwarteten Q3-Ergebnissen kommen. Ein ähnliches Muster aus subventionierter Infrastruktur und späterer Kostenrealität zeigt sich auch bei anderen Sidechain-Modellen, etwa beim jüngsten Rückzug von Liquidität aus der Liquid-Sidechain.

Reaktionen auf das Umsatzmodell

Robinhood Chain settelt über Arbitrum und zahlt im Rahmen des Arbitrum Expansion Programme 10 Prozent der Net-Sequencer-Einnahmen an das Arbitrum-Ökosystem, aufgeteilt in acht Prozent für die DAO-Treasury und zwei Prozent für die Developer Guild. Am 1. September flossen bei 3,75 Millionen Dollar Tagesgebühren schätzungsweise 377.000 Dollar an die Arbitrum DAO.

Steven Goldfeder, Mitgründer von Offchain Labs, beschreibt die Sequencer-Einnahmen der Robinhood Chain als potenzielle neue, hochprofitable Umsatzlinie für das Unternehmen. Für Arbitrum bedeutet die Vereinbarung im Gegenzug einen fortlaufenden Anteil an jedem Wachstumsschritt eines Netzwerks, das langfristig auch als Konkurrent im eigenen Ökosystem auftreten könnte.

Was nach dem Gebührenrekord folgt

Entscheidend wird, ob Nutzer nach dem Ende der Subvention bei Robinhood Chain bleiben oder zu Solana, Base und anderen Chains wechseln, sobald echte Kosten anfallen. Die Chain zählte nach Angaben der Quelle binnen zwei Wochen mehr als eine Million aktive Wallets, wobei Bots und Mehrfach-Wallets die Zahl der tatsächlichen Nutzer verzerren dürften.

Der TVL stieg von vier Millionen Dollar im Juni auf rund 1,4 Milliarden Dollar Ende August, fiel laut DeFiLlama zum 1. September aber wieder auf etwa 738 Millionen Dollar. Die hohen Anwendungsgebühren belegen intensive Nutzung, sagen wegen fehlender Angaben zu Robinhoods eigenem Umsatzanteil und den Subventionskosten aber noch nichts über die tatsächliche Profitabilität der Chain aus. Die Q3-Zahlen Ende Oktober bleiben damit der nächste konkrete Prüfstein.

Quelle: crypto.news

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