U.S. Banks USBDC-Pilot geht über Stellar-Zahlung hinaus

Sep 10, 2026 - 15:16
U.S. Banks USBDC-Pilot geht über Stellar-Zahlung hinaus

U.S. Bank hat eine grenzüberschreitende Zahlung mit der eigenen Stablecoin USBDC auf der öffentlichen Stellar-Blockchain abgeschlossen. Der Pilot bewegte Mittel zwischen Einheiten der U.S. Bank in Nordamerika und Europa. USBDC wurde dabei direkt auf dem öffentlichen Stellar-Netzwerk ausgegeben und übertragen.

Der Test ging über den reinen Transfer hinaus. Geprüft wurden Minting, Einlösung, Freezing und Clawback der Stablecoin. Zudem validierte der Pilot die Integration mit bestehenden Risiko-, Compliance- und Betriebssystemen der Bank. Einen konkreten Termin für eine Einführung für Kunden hat U.S. Bank bislang nicht genannt.

U.S. Bank testet USBDC bei grenzüberschreitender Stellar-Zahlung

Im Mittelpunkt des Piloten stand die intern entwickelte Digital Asset Platform von U.S. Bank. Nach Angaben der Bank verbindet diese Plattform tokenisierte Vermögenswerte mit der traditionellen Bankinfrastruktur. Die Zahlung auf Stellar diente damit zugleich als Test der Plattform und ihrer Anbindung an die internen Systeme des Instituts.

Für USBDC prüfte die Bank mehrere Funktionen entlang des Zahlungsablaufs. Dazu gehörten die Ausgabe der Token, ihre Übertragung zwischen den Bankeinheiten und die Einlösung. Auch Funktionen zum Einfrieren und Zurückholen von Beständen wurden getestet. U.S. Bank untersucht darüber hinaus mögliche Anwendungen für grenzüberschreitende Treasury-Operationen, Liquiditätsmanagement und die Onchain-Bewegung von Sicherheiten.

Vorgeschichte des Stablecoin-Tests

Der Pilot baut auf den Aktivitäten der Bank im Bereich digitaler Vermögenswerte auf. Im Oktober 2025 gründete U.S. Bank eine eigene Einheit für Digital Assets and Money Movement. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Ausgabe von Stablecoins, der Krypto-Verwahrung, der Tokenisierung von Vermögenswerten und digitalen Geldbewegungen.

Seit mindestens November 2025 testet die Bank gemeinsam mit PwC und der Stellar Development Foundation die Ausgabe einer eigenen Stablecoin auf dem Stellar-Netzwerk. Der nun abgeschlossene grenzüberschreitende Transfer erweitert diese Tests um eine tatsächlich durchgeführte Zahlung zwischen Einheiten der Bank in Nordamerika und Europa.

Der Test fällt in eine Phase, in der weitere große Finanzinstitute Stablecoin-Projekte verfolgen. Am 1. September kündigten 21 Finanzinstitute, darunter Bank of America, Citi, Goldman Sachs, Deutsche Bank und UBS, die geplante Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft zur Stablecoin-Ausgabe an. Die Gruppe plant zunächst einen an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin für die erste Hälfte des Jahres 2027 und danach eine Ausweitung auf weitere G7-Währungen.

Was der Pilot für den Stablecoin-Markt bedeutet

Der USBDC-Test dokumentiert, dass U.S. Bank die Integration einer eigenen Stablecoin mit ihren bestehenden Risiko-, Compliance- und Betriebssystemen validiert hat. Die von der Bank genannten weiteren Einsatzfelder liegen bei Treasury-Abläufen, Liquiditätsmanagement und der Bewegung tokenisierter Sicherheiten. Ob und wann USBDC Kunden zur Verfügung gestellt wird, bleibt nach dem aktuellen Stand offen.

Das Projekt steht neben den Plänen der 21 Finanzinstitute für eine gemeinsam ausgegebene Stablecoin. Während U.S. Bank einen eigenen Token auf Stellar getestet hat, zielt das Vorhaben der Bankengruppe auf eine gemeinsame Gesellschaft und einen zunächst US-Dollar-basierten Token. Beide Entwicklungen zeigen, dass Banken Stablecoin-Anwendungen für Zahlungs- und Abwicklungsprozesse prüfen.

Quelle: Cointelegraph

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