Stablecoins für Community-Banken: Coinbase kooperiert mit Moov
Coinbase geht eine Partnerschaft mit dem Zahlungsdienstleister Moov ein, um US-Community-Banken und Kreditgenossenschaften Zugang zu Stablecoin-Funktionen wie Akzeptanz, Settlement und Echtzeit-Finanzierung zu verschaffen. Der Schritt kommt wenige Tage vor einer entscheidenden vorläufigen Abstimmung im US-Senat über den Clarity Act und könnte die Kluft zwischen Kryptoindustrie und kleineren Banken verkleinern.
Coinbase und Moov öffnen Stablecoin-Infrastruktur für Community-Banken
Laut der exklusiv mit CNBC geteilten Ankündigung übernimmt Coinbase die Digital-Asset-Infrastruktur, während Moov diese an die Zahlungssysteme anbindet, die Finanzinstitute und ihre Kunden bereits nutzen. Moov bedient nach eigenen Angaben schon jetzt mehr als 1.000 Community-Banken und Kreditgenossenschaften in den USA und verbindet sie mit Kartenakzeptanz, Kartenausgabe und Echtzeit-Zahlungsrails.
Neu ist damit nicht die Reichweite von Moov selbst, sondern der zusätzliche Baustein: Über die Partnerschaft erhalten diese Institute erstmals Zugriff auf regulierte Stablecoin-Funktionen, ohne eigene Krypto-Infrastruktur aufbauen zu müssen. Wie bei anderen aktuellen Stablecoin-Abwicklungsprojekten zu beobachten, geht es dabei vor allem um die technische Einbettung in bestehende Zahlungsnetzwerke.
Der Clarity Act als politischer Hintergrund
Der Clarity Act soll einen erstmaligen regulatorischen Rahmen für Kryptowährungen und andere digitale Vermögenswerte in den USA schaffen. Für kommenden Dienstag ist eine vorläufige Abstimmung im Senat angesetzt, für die mindestens 60 Stimmen nötig sind – zum Zeitpunkt der Berichterstattung ist unklar, ob diese Mehrheit zustande kommt.
Coinbase und weite Teile der Kryptoindustrie drängen seit Monaten auf eine Verabschiedung. Banken lehnen dagegen zinsähnliche Rewards auf Kryptobörsen ab und warnen, diese könnten zu Einlagenabfluss aus Community-Banken und Kreditgenossenschaften führen. Die Independent Community Bankers of America gehört zu den Verbänden, die wegen genau dieser Bedenken zu Stablecoin-Renditen gegen die jüngste Fassung des Gesetzes opponieren. Ein vergleichbares Spannungsfeld zeigt sich auch bei anderen Bankprojekten rund um digitale Dollar-Token, die versuchen, Stablecoins in bestehende Bankstrukturen zu integrieren.
Was Coinbase, Moov und eine Community-Bank sagen
Ryan VanGrack, Vice Chair und Head of Corporate Affairs bei Coinbase, verweist darauf, dass Community-Banken und Kreditgenossenschaften schon seit Jahren beobachten, wie ihre Kunden digitale Assets nutzen. Über die Partnerschaft mit Moov stelle Coinbase ihnen nun die regulierte Infrastruktur bereit, die sie benötigten, um solche Dienstleistungen direkt und eingebettet in ihre bestehenden Systeme anzubieten.
Wade Arnold, Mitgründer und CEO von Moov, beschreibt das Problem so: Geschäftskunden von Community-Instituten würden bereits gebeten, Stablecoins zu akzeptieren, wichen dafür aber bislang außerhalb ihrer Hausbank aus. Man habe die Lösung so gebaut, dass diese Antwort künftig direkt vom primären Finanzinstitut kommen könne.
Jill Castilla, Chairman, President und CEO der Citizens Bank of Edmond in Oklahoma, ordnet die Nachfrage aus Sicht kleiner Unternehmen ein: Deren Kunden suchten nach Wegen, Interchange-Kosten zu senken und schneller bezahlt zu werden. Die Primärquelle stellt dabei klar, dass Citizens Bank kein Kunde der Partnerschaft ist – Castillas Einschätzung dient als Marktkommentar, nicht als Kundenbestätigung.
Der nächste Test ist die Senatsabstimmung
Die Partnerschaft lässt sich als Versuch lesen, Community-Banken und Kryptoindustrie über bestehende Zahlungsinfrastruktur zusammenzubringen, statt sie als Gegner im Gesetzgebungsprozess zu belassen. Ob das ausreicht, um Skeptiker im Senat zu überzeugen, bleibt offen – der Ausgang der Abstimmung hängt von einer knappen 60-Stimmen-Hürde ab.
Demokraten kritisieren, dass die vorgeschlagene Ethikregelung im Gesetz aus ihrer Sicht nicht weit genug reicht, um eine persönliche Bereicherung öffentlicher Amtsträger durch Krypto zu verhindern. Gleichzeitig sorgen sich einige Republikaner um mögliche Auswirkungen auf Community-Banken – ein Widerstand, den auch Anbieter wie andere Stablecoin-Zahlungsnetzwerke derzeit im regulatorischen Umfeld beobachten. Wie sich diese politische Gemengelage in der Abstimmung am Dienstag auflöst, ist damit die eigentliche Nagelprobe für die Coinbase-Moov-Kooperation.
Quelle: CNBC
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