UniCredit lotet Infrastruktur für Krypto-Dienste aus

Sep 12, 2026 - 13:54
UniCredit lotet Infrastruktur für Krypto-Dienste aus

UniCredit sucht laut einem Bloomberg-Bericht vom Freitag einen Technologieanbieter, der der italienischen Bank den Aufbau von Infrastruktur für Krypto-Handel und -Verwahrung ermöglichen soll. Die Gespräche befinden sich laut den zitierten, mit der Angelegenheit vertrauten Personen noch in einer frühen Phase – ein Partner steht ebenso wenig fest wie das finale Produktangebot.

UniCredit prüft Infrastruktur für mehrere Digital-Asset-Dienste

Konkret geht es UniCredit um eine technologische Basis, die Custody von digitalen Vermögenswerten mit Brokerage-Funktionen verbindet. Genannt werden dabei tokenisierte Anlageprodukte sowie festverzinsliche Wertpapiere auf Stablecoin-Basis als mögliche Einsatzfelder.

Wie breit dieses Vorhaben letztlich ausfällt, ist offen. Cointelegraph hat UniCredit um eine Stellungnahme dazu gebeten, welcher Anbieter die Infrastrukturlücke schließen könnte – eine Antwort liegt bislang nicht vor. Für regulierte Bankeninfrastruktur rund um digitale Vermögenswerte und Stablecoins bietet dieser Hintergrundartikel zusätzlichen Kontext.

Banken bauen Digital-Asset-Infrastruktur aus

UniCredits Prüfung reiht sich in eine Serie ähnlicher Schritte großer Banken ein. U.S. Bank, die fünftgrößte Geschäftsbank der USA, hat diese Woche eine Live-Grenzüberschreitungszahlung mit ihrer eigenen Stablecoin USBDC abgeschlossen – Details dazu liefert dieser Bericht.

Standard Chartered startete am 3. September Spot-Handel mit Bitcoin und Ether für institutionelle Kunden in den Vereinigten Arabischen Emiraten, nachdem die Bank dort bereits im September 2024 Verwahrungsdienste eingeführt hatte. Israels größte Bank, Leumi, ging im August eine Partnerschaft mit Galaxy Digital ein, um Kunden über die Investmentplattform der Bank Handel mit Bitcoin, Ether und Solana anzubieten; der Start ist für Anfang 2027 vorgesehen.

Reaktionen und offene Fragen

Die Informationen zu UniCredits Vorhaben stammen ausschließlich von nicht namentlich genannten, mit der Angelegenheit vertrauten Personen, die gegenüber Bloomberg sprachen. Eine offizielle Einordnung durch UniCredit selbst fehlt bislang.

Offen bleibt damit, ob Custody, Brokerage, tokenisierte Produkte und Stablecoin-Wertpapiere gemeinsam als ein Paket umgesetzt würden oder ob die Bank einzelne Bereiche priorisiert. Ebenso unklar ist, ob Teile des Vorhabens im Zuge der weiteren Gespräche verändert oder verworfen werden.

Was die Prüfung für den Markt bedeutet

Sollte UniCredit tatsächlich einen Technologiepartner auswählen, würde die Bank über einzelne Krypto-bezogene Anlageprodukte hinausgehen und sich eine breitere Infrastruktur für digitale Vermögenswerte aufbauen. Der nächste belastbare Schritt wäre die Auswahl dieses Anbieters – eine bestätigte Partnerschaft oder eine Markteinführung liegt derzeit nicht vor.

Damit ordnet sich die Meldung in eine Phase ein, in der große Banken parallel an Digital-Asset- und Stablecoin-Infrastruktur arbeiten, ohne dass daraus bereits ein einheitliches Marktbild entstanden ist. Wie sich professionelle Krypto-Infrastruktur und institutionelle Kundenbedürfnisse künftig verzahnen, zeigt auch die Entwicklung bei Consensys und MetaMask, wo eine ähnliche Ausrichtung auf professionelle Nutzer sichtbar wird.

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