Banken wachsen im MiCA-Register schneller als Krypto-Firmen

Sep 19, 2026 - 12:07
Banken wachsen im MiCA-Register schneller als Krypto-Firmen

Banken haben ihren Anteil unter den bei der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA (European Securities and Markets Authority) gelisteten Kryptodienstleistern binnen knapp drei Monaten fast verdoppelt. Zwischen dem 26. Juni und dem 16. September stieg die Zahl der Banken auf der MiCA-Anbieterliste laut einer Cointelegraph-Analyse der ESMA-Registerdaten von rund 40 auf etwa 80 – während Nichtbanken zwar weiterhin die Mehrheit stellen, relativ aber an Boden verlieren.

Banken verdoppeln Anteil im MiCA-Register

Die Gesamtzahl der unter der Markets in Crypto-Assets-Verordnung (MiCA) gelisteten Kryptowertdienstleister (Crypto-Asset Service Provider, CASP) wuchs im selben Zeitraum von 243 auf 349. Der Bankenanteil kletterte dabei von rund 17 Prozent Ende Juni auf knapp 23 Prozent im September – Nichtbanken wuchsen zwar absolut weiter, ihr relativer Anteil sank aber von etwa 84 auf 77 Prozent.

Banken expandieren damit deutlich schneller als klassische Krypto-Firmen, auch wenn sie zahlenmäßig noch nicht die Mehrheit im Register stellen. Wer die Aufsichtsstruktur hinter solchen Registern verstehen will, findet ergänzenden Kontext im Beitrag zu ESMA-Autorisierungen und regulatorischer Aufsicht.

Deutschland treibt den Zuwachs an

Deutschland trägt den Löwenanteil der Bankenexpansion. Zahlreiche genossenschaftliche und kommerzielle Institute tauchen neu im ESMA-Register auf, darunter auch die Deutsche Bank, Deutschlands größtes Kreditinstitut.

Die Deutsche Bank kündigte an, Verwahrdienstleistungen für digitale Vermögenswerte für institutionelle und Unternehmenskunden in Europa anzubieten. Ein Sprecher der Bank erklärte gegenüber Cointelegraph, man erwarte die regulatorische Genehmigung unter MiCA im Oktober – eine erteilte Zulassung liegt damit noch nicht vor.

Der Trend beschränkt sich nicht auf große internationale Häuser. Zahlreiche Volksbanken, Raiffeisenbanken und VR-Bank-Institute sind neu gelistet, was zeigt, dass sich regulierte Kryptodienste bis in das genossenschaftliche Bankennetz Deutschlands ausbreiten – ein Muster, das sich auch bei der Verbreitung regulierter Krypto-Finanzprodukte im professionellen deutschen Finanzmarkt beobachten lässt.

Banken nutzen einen eigenen MiCA-Zugang

Der schnelle Zuwachs hat einen strukturellen Grund: Krypto-Unternehmen müssen für die Aufnahme ins Register eine reguläre CASP-Autorisierung beantragen. Banken dagegen können Kryptodienstleistungen nach Artikel 60 der MiCA-Verordnung über ein separates Benachrichtigungsverfahren anbieten.

Dafür genügt es, die erforderlichen Informationen mindestens 40 Arbeitstage vor dem erstmaligen Angebot der jeweiligen Heimataufsicht zu übermitteln. Dieser Notifizierungsweg erlaubt Banken den Markteintritt, ohne den regulären CASP-Zulassungsprozess durchlaufen zu müssen – ein administrativer Unterschied, der die Geschwindigkeit der Bankenexpansion erklärt.

Mehr institutionelle Anbieter im regulierten Markt

Trotz des Tempos bleiben Nichtbanken mit rund 77 Prozent im September die dominierende Gruppe im MiCA-Register. Die schnellere Expansion der Banken verschiebt jedoch das relative Gewicht zugunsten traditioneller Kreditinstitute, ohne die Marktstruktur bereits umzukehren.

Der Zuwachs speist sich aus einer breiten Basis – von der Deutschen Bank bis zu regionalen Volks- und Raiffeisenbanken. Ein passendes Beispiel für regulierte Anbieter im europäischen Marktumfeld liefert auch die Finanzierungsrunde von dtcpay, die den Ausbau regulierter Stablecoin-Zahlungen vorantreibt.

Quelle: Cointelegraph

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