Krypto-Anbieter in Argentinien vor neuen CARF-Meldepflichten
Argentinien hat sich verpflichtet, das Crypto Asset Reporting Framework (CARF) der OECD bis 2029 vollständig umzusetzen. Das Land reiht sich damit in ein Netzwerk von 77 Staaten ein, die künftig Transaktionsdaten von Krypto-Nutzern grenzüberschreitend austauschen wollen.
Für argentinische Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte bedeutet das konkret: Nutzer-Identitäten und Transaktionsdaten müssen an die heimische Steuerbehörde gemeldet werden, damit diese mit ausländischen Aufsichtsbehörden abgeglichen werden können.
Argentinien plant CARF-Umsetzung bis 2029
Das Globale Forum für Transparenz und Informationsaustausch zu Steuerzwecken gab die argentinische Zusage am 14. September bekannt. CARF ist ein Standard der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der den automatischen Austausch von Kryptotransaktionsdaten zwischen kooperierenden Ländern regeln soll.
Zu den Daten, die künftig weitergegeben werden, zählen laut der Ankündigung Identitätsangaben der Nutzer, Käufe und Verkäufe von Kryptowährungen gegen Fiat-Geld, der Umtausch digitaler Vermögenswerte, Zahlungen mit digitalen Vermögenswerten sowie Transaktionen von und an externe Adressen. Bevor der Austausch beginnen kann, muss Argentinien interne Vorschriften erlassen und Regeln für Anbieter von Dienstleistungen im Bereich virtueller Vermögenswerte (VASPs) festlegen, die diese Informationen an die Steuerbehörde weiterleiten. Sollte der Datenaustausch 2029 starten, könnte die eigentliche Datenerhebung bereits 2028 beginnen – ähnlich wie bei der Offenlegung sensibler Vermögens- und Transaktionsdaten bei anderen Anbietern zuletzt gezeigt hat, wie heikel solche Datenpools werden können.
CARF im internationalen Steuertransparenz-Kontext
Der Beitritt zielt laut der Mitteilung darauf ab, eine regulatorische Gleichstellung zwischen Fiat- und Kryptotransaktionen herzustellen. Argentinische Aufsichtsbehörden sollen künftig über Daten zu beiden Transaktionsarten verfügen, einschließlich internationaler Krypto-Bewegungen, die bislang nicht meldepflichtig waren.
CARF wird in Fachkreisen häufig als Ergänzung zum bestehenden Common Reporting Standard (CRS) für klassische Bankdaten eingeordnet, und auch die EU-Richtlinie DAC8 verfolgt einen ähnlichen Ansatz für Kryptowährungsanbieter. Wie streng diese Regeln im Detail ausfallen und wie sensibel der Umgang mit den erhobenen Daten sein muss, zeigt auch der Fall einer gefälschten Behördenanfrage, bei der Bitcoin-Transaktionshistorien an vermeintliche Ermittler herausgegeben wurden.
Globales Steuerziel statt wörtlicher Reaktion
Gaël Perraud, Vorsitzender des Global Forum, bewertet Argentiniens Beitritt als wichtigen Schritt in Richtung einer flächendeckenden CARF-Umsetzung, da das Land eine erhebliche Verbreitung von Kryptowährungen aufweist. Sinngemäß führt er aus, dass argentinische Steuerbehörden dadurch Informationen über im Ausland stattfindende Krypto-Transaktionen erhalten und die internationalen Bemühungen gegen Steuerhinterziehung und Steuerumgehung gestärkt werden.
Nächste Schritte für Behörden und Anbieter
Bis zum geplanten Austausch muss Argentinien nationale Gesetze zur Datenerhebung erlassen und klare Meldepflichten für VASPs definieren. Diese Anbieter sollen künftig Identitäts- und Transaktionsinformationen direkt an die Steuerbehörde übermitteln, um internationale Krypto-Bewegungen nachvollziehbar zu machen.
Ein unmittelbarer Effekt auf Kryptopreise lässt sich aus der Ankündigung nicht ableiten – die Tragweite liegt primär im Bereich Compliance, Datenzugriff und Steuertransparenz. Nach Japan im April arbeitet laut der Mitteilung nun auch Frankreich an internen Vorschriften zur CARF-Einhaltung, was zeigt, dass sich der regulatorische Druck auf Krypto-Anbieter weltweit synchron aufbaut.
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