59 Prozent der Institute planen Kryptohandel binnen zwei Jahren

Sep 20, 2026 - 12:15
59 Prozent der Institute planen Kryptohandel binnen zwei Jahren

Deutsche Volksbanken unterstützen ihre Kundschaft zunehmend beim Handel mit Kryptoanlagen wie Bitcoin und Ether. Der Schritt richtet sich gezielt an Selbstentscheider und fällt mit wachsendem Wettbewerbsdruck um junge, digital affine Kunden zusammen.

Volksbanken bauen Kryptoangebot aus

Grundlage ist eine Umfrage des Genoverbands, an der sich vom 31. Juli bis 21. August 196 genossenschaftliche Institute beteiligten. Nach eigenen Angaben waren zum Befragungszeitpunkt bereits 6 Prozent der Volksbanken mit einem Kryptoangebot am Markt aktiv, weitere 26 Prozent wollten spätestens innerhalb von fünf Monaten nachziehen.

Deutlich mehr als die Hälfte der Institute im Verbandsgebiet – das alle Bundesländer außer Bayern und Baden-Württemberg umfasst – dürfte demnach binnen zwei Jahren Kryptohandel anbieten: Die Umfrage beziffert diesen Anteil auf 59 Prozent. Ein Drittel der befragten Häuser, konkret 30 Prozent, plant bislang jedoch kein eigenes Angebot. Wie die institutionelle Ausweitung von Kryptoangeboten durch deutsche Banken regulatorisch eingeordnet wird, zeigt sich auch am wachsenden MiCAR-Register der BaFin.

Wettbewerb und Risiken im Kryptohandel

Der Vorstoß fällt in eine Phase spürbaren Konkurrenzdrucks im deutschen Bankgeschäft. 54 Prozent der befragten Vorstände rechnen mit einer starken oder sehr starken Verschärfung des Wettbewerbs um Einlagen, nur 13 Prozent sehen wenig oder keine Zuspitzung.

Neobanken wie N26, Trade Republic und Revolut bieten Kryptohandel bereits seit geraumer Zeit an. Auch die Sparkassen haben ihren früheren Widerstand aufgegeben: Über ihr Wertpapierhaus Dekabank soll ab Oktober der Handel direkt über die Sparkassen-App möglich sein – ein Muster, das sich auch bei der breiteren Verfügbarkeit von Kryptowertpapieren über etablierte Vertriebsstrukturen zeigt.

Der Primärtext erinnert zugleich an die Risikoseite: Transaktionen sind zwar auf der öffentlichen Blockchain einsehbar, Anleger bleiben dabei jedoch in der Regel anonym. Der Bitcoin-Kurs schwankt stark, und Notenbanker warnen weiterhin vor Spekulationsblasen sowie vor der fehlenden Kontrolle durch eine Zentralbank oder einen Staat.

Genoverband begründet den Vorstoß

Michael Hoeck, Vorstandsvorsitzender des Genoverbands, begründet die Öffnung mit dem wachsenden Kundeninteresse an Kryptoanlagen. Sinngemäß warnt er davor, das Thema Wettbewerbern zu überlassen, die möglicherweise überwiegend risikoreiche Anlagen anbieten – niemandem sei damit gedient, dieses Feld kampflos zu räumen.

Hoeck betont zudem, dass die Volksbanken ihr Angebot so gestalten müssten, dass sie gerade für die junge Zielgruppe attraktiv bleiben. Damit positioniert der Verband Kryptohandel explizit als Instrument der Kundenbindung, nicht als reines Zusatzprodukt.

Krypto wird Teil des Bankenwettbewerbs

Die erwartete Ausweitung auf 59 Prozent der Institute binnen zwei Jahren markiert eine spürbare institutionelle Verbreiterung innerhalb der genossenschaftlichen Bankengruppe. Der Druck kommt dabei nicht nur von Neobanken, sondern auch von ausländischen Banken, die zunehmend um Kundschaft in Deutschland werben, sowie von den nachziehenden Sparkassen.

Für Anleger bleibt entscheidend, dass sich das Angebot an eigenständig handelnde Selbstentscheider richtet – die im Primärtext genannten Kursschwankungen und Warnungen der Notenbanker vor Spekulationsblasen bilden dabei weiterhin den Risikorahmen, unabhängig davon, über welchen Anbieter der Zugang erfolgt.

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