Schnellere Zcash-Bestätigungen: NU7 soll am 5. November starten
Zcash steuert auf ein Netzwerk-Upgrade zu, das die Blockzeit drastisch verkürzt: Für den 5. November ist die Aktivierung von NU7 im Mainnet geplant. Die Entwickler bündeln darin 25-Sekunden-Blöcke, die Abschaltung alter Version-4-Transaktionen und einen neuen Network Sustainability Mechanism – der Termin gilt jedoch erst nach erfolgreicher Testnet-Phase als bestätigt.
Zcash plant NU7 mit 25-Sekunden-Blöcken
Der Fahrplan ist mehrstufig angelegt. Am 6. Oktober soll das Testnet mit den neuen Konsensregeln live gehen, am 20. Oktober fällt die finale Entscheidung über den Mainnet-Start und die konkrete Aktivierungshöhe. Erst danach steht fest, ob der 5. November tatsächlich hält oder verschoben wird.
Kern des Pakets ist die Verkürzung der Blockzeit von bisher 75 auf 25 Sekunden – ein Schritt, der Bestätigungen für Zahlungen, Börseneinzahlungen und Cross-Chain-Operationen spürbar beschleunigen soll. Über den Vorschlag ZIP 218 bleibt die tägliche ZEC-Ausgabe dabei unverändert, weil die Subvention pro Block entsprechend reduziert wird. Ähnliche Eingriffe in die Blockkadenz sind zuletzt auch bei Solana zu beobachten, wo kürzere Slot-Zeiten ebenfalls auf schnellere Abwicklung zielen.
Wichtig für Anleger: Der Zeitplan ist kein Fixtermin. Entwickler können Features, die die interne Frist am 30. September verfehlen, aus dem NU7-Paket streichen, ohne den gesamten Prozess zu verzögern.
Was ZIP 218 technisch verändert
Die Verdreifachung der Blockrate bringt neue technische Obergrenzen mit sich. Pro Block sind maximal 330 Aktionen über alle Pools hinweg vorgesehen, darunter höchstens 330 Orchard-Aktionen, 300 kombinierte Sapling-Inputs und -Outputs sowie 25 Sprout-JoinSplits. Für Standardtransaktionen mit zwei Aktionen wird ein Orchard-Durchsatz von 2,9 Transaktionen pro Sekunde erwartet, nach Optimierung sollen es 6,6 sein.
Tests zur Stabilität lieferten gemischte, aber handhabbare Werte: Bei 25 Sekunden Blockabstand ergab sich eine theoretische Stale-Block-Rate von rund 3,26 Prozent. Ein Testlauf mit 99 global verteilten Zebra-Knoten und 2-MB-Blöcken kam auf eine Stale-Rate von 4,86 Prozent und eine Fork-Rate von 0,37 Prozent. Vergleichbare Diskussionen um Finalität und Fork-Risiko begleiten derzeit auch das Alpenglow-Upgrade von Solana.
Für abgeschirmte Wallets sinkt die geschätzte Worst-Case-Bandbreite für den initialen Sync von 271 auf 169 Megabyte pro Tag. Im Gegenzug müssen Full Nodes künftig deutlich mehr Blöcke in derselben Zeit verarbeiten – eine Last, die Börsen, Indexer und Block Explorer erst im Testnet unter Beweis stellen müssen.
Governance, Version-4-Transaktionen und Nachhaltigkeitsmechanismus
Die zugrunde liegende Coinholder-Abstimmung schloss am 14. September. Laut offizieller Forumsauswertung sprachen sich 98,9 Prozent der teilnehmenden ZEC dafür aus, das Bitcoin-artige Halving-Schema beizubehalten, statt auf eine geglättete Emissionskurve umzustellen. Ähnlich wie bei jüngsten Ledger-Upgrades bei XRP zeigt sich damit, wie stark Governance-Entscheidungen technische Roadmaps prägen.
Der Network Sustainability Mechanism soll dieses Halving-Schema in der kommenden Inflationsphase erhalten. Nach dem gewählten Vorschlag würden mindestens 60 Prozent der Transaktionsgebühren verbrannt und etwa im Februar 2031 wieder in das zirkulierende Angebot eingespeist – ein protokollarisches Design, dessen tatsächliche Marktwirkung erst über Jahre sichtbar wird.
Parallel dazu sollen Version-4-Transaktionen mit NU7 deaktiviert werden. Damit ließen sich Guthaben aus dem alten Sprout-Pool nicht mehr über Version-5-Transaktionen bewegen. Die verbleibenden Coins würden dadurch aber nicht automatisch in einen verwaisten Zustand verschoben – ein späterer Recovery-Mechanismus bliebe technisch denkbar, ist derzeit jedoch nicht geplant.
Abstimmung und Entwicklerkoordination
Sean Bowe von den Zcash-Entwicklern erklärte, zwischen Zcash Foundation, Project Tachyon, Valar Group, ZODL, Shielded Labs und den beteiligten Ingenieursteams bestehe ein gemeinsames Verständnis über Umfang und Zeitplan von NU7. Die vereinbarten Liefergegenstände sollen bis zum 30. September fertiggestellt sein, bevor sie zwei Wochen lang im Testnet beobachtet werden.
Auch außerhalb der Entwicklerszene wird Zcash zunehmend als Privacy-Projekt mit technologischem Alleinstellungsmerkmal wahrgenommen, wie öffentliche Kommentare von Tyler Winklevoss zu Verschlüsselung und Quantenresistenz des Netzwerks andeuten. Ob das NU7-Upgrade diesen Anspruch technisch untermauert, entscheidet sich jedoch erst im Testnet – und endgültig am 20. Oktober.
Quelle: crypto.news
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