Neun Tage im Plus: Bitcoin-ETF-Zuflüsse verlieren an Tempo
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Dienstag, dem 29. September, mit 66,19 Mio. US-Dollar den neunten Handelstag in Folge mit Nettozuflüssen. Die Serie übertraf den vergleichbaren Lauf im August beim Gesamtvolumen um rund 33 Mio. US-Dollar, doch das tägliche Zuflusstempo ist deutlich gesunken.
Nach Angaben von Decrypt summierten sich die Zuflüsse vom 17. bis zum 29. September auf etwa 3,08 Mrd. US-Dollar. Die neuntägige Serie vom 17. bis zum 27. August hatte rund 3,04 Mrd. US-Dollar eingebracht – beide Läufe sind also gleich lang, der aktuelle liegt beim Volumen knapp vorn.
Entscheidend ist dabei die Entwicklung innerhalb der Serie: Am 21. September flossen noch 999 Mio. US-Dollar an einem Tag in die Fonds, am Dienstag waren es nur noch rund 66 Mio. US-Dollar. Die Folge positiver Tage bleibt ein konstruktives Signal, steht aber nicht für gleichbleibend starken Kaufdruck.
Die jüngste Verlängerung knüpft an eine siebentägige Zuflussserie bei Bitcoin-ETFs an. Der Sprung auf neun Tage zeigt, dass sich die positive Bilanz fortgesetzt hat; über die Stärke der Nachfrage sagt die reine Zahl der Handelstage jedoch nur einen Teil aus.
Warum ETF-Zuflüsse als Stimmungssignal gelten
Spot-Bitcoin-ETFs ermöglichen ein Engagement in Bitcoin, ohne dass Anleger BTC direkt an einer Kryptobörse kaufen oder selbst in einer Wallet halten müssen. Die Fonds bilden den Bitcoin-Preis ab und werden wie Aktien über Broker gehandelt. Deshalb beobachten Marktteilnehmer ihre Nettozu- und -abflüsse als Hinweis auf die Nachfrage und die Stimmung im Markt.
Der Verlauf im September zeigt, wie rasch sich dieses Signal drehen kann: Am 16. September hatten die ETFs laut Decrypt innerhalb von zwei Tagen rund 746 Mio. US-Dollar verloren. Am 17. September kehrte sich die Bilanz mit Zuflüssen von 159,5 Mio. US-Dollar um. Der Kontext steigender US-Renditen ist dabei relevant, weil höhere Zinsen Risikoanlagen wie Bitcoin unter Druck setzen können; ETF-Zuflüsse und US-Renditen liefern deshalb zusammen ein aussagekräftigeres Bild als die Fondsströme allein.
Der aktuelle Lauf bleibt zudem hinter der längsten im Primärbericht genannten Serie zurück: Im Juni 2025 gab es 13 aufeinanderfolgende Tage mit Zuflüssen. Für einen Gleichstand wären nun weitere positive ETF-Bilanzen bis Montag, dem 5. Oktober, nötig. Das ist ein konkreter Maßstab für die Fortsetzung, aber keine Prognose, dass er erreicht wird.
Bitcoin erholt sich, bleibt aber unter dem Septemberhoch
Bitcoin notierte am Mittwoch, dem 30. September, bei etwa 84.400 US-Dollar und lag damit rund 1 Prozent höher als am Vortag. Zugleich blieb der Kurs unter dem Septemberhoch von ungefähr 87.350 US-Dollar. Die Zuflüsse fielen also mit einer moderaten Erholung zusammen, belegen aber für sich genommen keine neue Aufwärtsdynamik.

Gerade der Abstand zwischen dem Spitzenzufluss von 999 Mio. US-Dollar und den 66,19 Mio. US-Dollar vom Dienstag mahnt zu einer nüchternen Einordnung. Auch der Vorsprung von rund 33 Mio. US-Dollar gegenüber der August-Serie ist gemessen an den Gesamtbeträgen gering. ETF-Flows sind ein Nachfrageindikator, aber kein alleiniger Kurskompass; ergänzend können Marktteilnehmer etwa das Bitcoin-Open-Interest als Maß für offene Derivatepositionen beobachten.
Der nächste Prüfstein ist, ob die Zuflüsse über den neunten Handelstag hinaus positiv bleiben. Hält die Serie an, würde das die Beständigkeit der Nachfrage untermauern; ein einzelner schwächerer Zuflusstag reicht dafür ebenso wenig wie ein knappes Übertreffen der August-Summe, um eine belastbare neue Rekorddynamik abzuleiten.
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