XRP Ledger plant zwei Protokolländerungen am 9. Oktober

Okt 04, 2026 - 08:30
XRP Ledger plant zwei Protokolländerungen am 9. Oktober

Der XRP Ledger zielt für Freitag, den 9. Oktober, auf zwei getrennte Protokolländerungen: das Batch-Upgrade BatchV1_1 und den Sicherheitsfix fixBatchV1_2. Während BatchV1_1 mehrere Transaktionen bündeln soll, könnten Server mit älterer Software bei Aktivierung des Sicherheits-Amendments die Synchronisation mit dem Netzwerk verlieren. Beide Termine hängen davon ab, dass die erforderliche Validator-Unterstützung bestehen bleibt, wie Bitcoin.com berichtet.

Zwei Aktivierungen, eine entscheidende Abstimmungsbedingung

BatchV1_1 setzt den Standard XLS-56 für gruppierte Ausführung um und kann bis zu acht Transaktionen in einer Einreichung zusammenfassen. Dadurch lassen sich etwa eine Zahlung und die Übertragung eines digitalen Vermögenswerts in einem Vorgang koordinieren, statt beide Schritte unabhängig voneinander abzuwickeln.

Offizielles Logo des XRP Ledger
Das Logo des XRP Ledger

Für die Aktivierung eines Amendments, also einer Änderung am Netzwerkprotokoll, sind mehr als 80 Prozent Zustimmung der Validatoren über zwei aufeinanderfolgende Wochen erforderlich. Am 3. Oktober unterstützten 30 von 35 vertrauenswürdigen Validatoren BatchV1_1; das entspricht 85,71 Prozent. Fällt die Unterstützung unter die erforderliche Schwelle, wird der Aktivierungs-Countdown zurückgesetzt.

Die von Bitcoin.com wiedergegebenen Zeitprognosen setzen fixBatchV1_2 für den 9. Oktober gegen 10:12 Uhr EDT an, BatchV1_1 soll gegen 10:46 Uhr EDT folgen. Beide Uhrzeiten gelten nur, sofern die jeweilige Änderung bis dahin ausreichend unterstützt wird. Die Plattform Uphold verwies auf X ebenfalls auf eine Zustimmung von mehr als 85 Prozent für das Batch-Upgrade.

Gebündelte Ausführung reduziert Abwicklungsrisiken, nicht Gebühren

Der praktische Vorteil zeigt sich bei Geschäften, bei denen Zahlung und Asset-Lieferung voneinander abhängen. Im Alles-oder-nichts-Modus werden beide Transfers an den Erfolg der gesamten Gruppe geknüpft: Scheitert ein Schritt, wird keiner der Transfers wirksam. Batch-Vorgänge können Aktionen eines einzelnen Kontos oder mehrerer Konten umfassen; bei mehreren Beteiligten muss die gesamte Gruppe autorisiert werden.

Die Spezifikation sieht vier Ausführungsmodi vor: Alles-oder-nichts, Ausführung nur der ersten erfolgreichen Aktion, Abbruch beim ersten Fehler oder unabhängige Verarbeitung der einzelnen Vorgänge. Die Flexibilität ist damit größer als bei einer starren atomaren Abwicklung, verlangt von Anwendungen aber eine passende Wahl der Ausführungsregeln.

Gebündelte Transaktionen sind nicht gebührenfrei. Die Gesamtkosten enthalten die Gebühren der einzelnen Aktionen, einen zusätzlichen Aufschlag und gegebenenfalls Signaturgebühren. Auch fehlgeschlagene Einreichungen können XRP-Gebühren auslösen, selbst wenn bei einer Alles-oder-nichts-Ausführung keine der Aktionen in Kraft tritt.

fixBatchV1_2 macht den Softwarestand zum Betriebsfaktor

Die zweite Änderung ist von der neuen Batch-Funktion zu unterscheiden. XRPL veröffentlichte am 25. September die Server-Version 3.4.1, um sicherheitsrelevante Probleme zu beheben; mit dieser Version wurde das separate Amendment fixBatchV1_2 eingeführt, das die Prüfung gruppierter Aktionen korrigiert.

Nahaufnahme von Server-Festplatten mit blinkenden grünen Status-LEDs in einem Rechenzentrum
Server-Hardware in einem Rechenzentrum

Wird fixBatchV1_2 aktiviert, können Server mit älterer Software laut Bitcoin.com nicht länger mit dem Netzwerk synchron bleiben. Die Folge betrifft damit nicht XRP-Halter pauschal, sondern Betreiber, deren Infrastruktur bis zum Aktivierungszeitpunkt nicht auf dem erforderlichen Stand ist. Das Upgrade ist folglich eine operative Voraussetzung für den stabilen Netzwerkbetrieb, falls die Abstimmung wie geplant endet.

Validatoren prüfen Transaktionen und wirken zugleich an Entscheidungen über Protokolländerungen mit. Der Rollout verbindet somit einen neuen Mechanismus für koordinierte Zahlungen und Asset-Transfers mit einer konkreten Software-Frist für Serverbetreiber. Entscheidend ist nicht allein, ob BatchV1_1 live geht, sondern ob die Betreiber ihre Systeme rechtzeitig aktualisieren und beide Änderungen die nötige Unterstützung behalten.

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