DFX-Claims bei Drift gestartet: Vollständige Erstattung bleibt offen
Die Drift Foundation hat die DFX-Claims für Betroffene des Exploits vom 1. April geöffnet. Zum Start entspricht der Einlösungswert rund 0,0104 USDT je DFX – für die vollständige Erstattung gibt es jedoch keinen verbindlichen Zeitplan, und weitere Auszahlungen hängen von künftigen Einzahlungen in den Recovery Pool ab.
Wie die anfängliche DFX-Auszahlung berechnet wird
Die Claims und Rücknahmen starteten am 1. Oktober. Anspruchsberechtigte erhalten ein DFX je USDT verifiziertem Verlust. Die Höhe einer Einlösung ergibt sich aus dem USDT-Guthaben des Recovery Pools geteilt durch die Zahl der ausstehenden DFX-Token.
Zum Auftakt standen nach Angaben der Foundation rund 3,11 Millionen USDT im Pool, gegenüber einem Gesamtangebot von etwa 299,5 Millionen DFX. Daraus ergibt sich ein Einlösungswert von ungefähr 0,0104 USDT je Token. Ein verifizierter Verlust von 1.000 USDT entspricht damit zunächst einem DFX-Anspruch, der sich für etwa 10,40 USDT einlösen lässt – nicht einer Rückzahlung des ursprünglichen Betrags.
Bei der Einlösung werden die DFX dauerhaft verbrannt und die USDT laut den Bedingungen in derselben Transaktion ausgezahlt. Beides gelingt demnach gemeinsam oder gar nicht; eine abgeschlossene Rücknahme ist endgültig. Betroffene können ihre Token stattdessen halten, übertragen oder auf Raydium handeln. Ein dortiger Marktpreis muss nicht dem von Drift veröffentlichten Einlösungswert entsprechen. Damit ähnelt die Abwicklung anderen Recovery-Verfahren nach einem Krypto-Diebstahl, bei denen die tatsächliche Erstattung von verfügbaren Mitteln abhängt.
Anspruch, Frist und Finanzierung bleiben entscheidend
Für den initialen Claim muss die Wallet verbunden werden, die am 1. April das Drift-Konto kontrollierte. Nutzer müssen den DFX-Bedingungen zustimmen und einen kleinen SOL-Bestand für Netzwerkgebühren vorhalten. Das Claim-Fenster endet am 1. Januar 2028 um 00:00 UTC; danach sollen nicht beanspruchte Token dauerhaft verbrannt werden. Weitere DFX sollen laut den Bedingungen nicht geprägt werden.
Der Pool soll durch mehrere Quellen wachsen: Velocity-Einnahmen, bis zu 127,5 Millionen USDT an Unterstützung von Tether, bis zu 20 Millionen USDT von strategischen Partnern sowie wiedererlangte gestohlene Vermögenswerte. Diese Beträge sind Finanzierungszusagen beziehungsweise vorgesehene Zuflüsse und nicht mit dem zum Start verfügbaren Poolguthaben gleichzusetzen. Die Versicherungskasse ist davon getrennt: Sie deckt laut Drift handelsbezogene Insolvenzen ab, nicht die Exploit-Verluste. Auch bei anderen Entschädigungsankündigungen nach Sicherheitsvorfällen ist der Zeitplan ein zentraler Unsicherheitsfaktor.
Der Angriffskontext und die offenen Rückzahlungen
Die Rückzahlungsregeln beziehen sich auf den Exploit vom 1. April. Für die Bewertung der Ansprüche erfasste Drift die Spot- und Perpetual-Positionen zum Zeitpunkt des Protokollstopps um 18:31:47 UTC. Zur Preisbestimmung verwendete die Foundation Daten von 16:06 UTC, also vor Beginn des Angriffs, um durch den Vorfall verzerrte Kurse zu vermeiden.
In der im Bericht wiedergegebenen Untersuchung beschrieb Drift eine länger vorbereitete Social-Engineering-Kampagne: Angreifer hätten sich als Vertreter einer quantitativen Handelsfirma ausgegeben, Contributors etwa ab Oktober 2025 angesprochen und später schädliche Links sowie Tools verteilt. Weitergehende Angaben zu Tätern oder technischen Angriffsmethoden sind für die hier dokumentierten Rückzahlungsbedingungen nicht erforderlich. Auch ein anderer DeFi-Exploit verdeutlicht, wie Sicherheitsvorfälle über einzelne Protokolle hinaus Folgen haben können.
Velocity soll täglich einen gestaffelten Anteil seiner Net-Protocol-Revenue in den Recovery Pool einzahlen: 60 Prozent der ersten 30.000 USDT, 70 Prozent des Umsatzanteils zwischen 30.000 und 100.000 USDT und 90 Prozent oberhalb von 100.000 USDT. Vor dieser Berechnung fließen jeweils 15 Prozent der Netto-Handelsgebühren in den Insurance Fund und in das Trading-Kapital; 70 Prozent bleiben als Net-Protocol-Revenue.
Der Einlösungswert kann steigen, wenn neue USDT in den Pool gelangen oder Rücknahmen das ausstehende DFX-Angebot verringern. Wer früh einlöst, gibt laut den Bedingungen seinen Anspruch auf spätere Einzahlungen auf; wer hält, bleibt dagegen von der Entwicklung der Finanzierung abhängig. Genau darin liegt der entscheidende Unterschied zwischen anfänglicher Auszahlung und möglicher späterer Erstattung: Die Quote ist berechenbar, der Zeitpunkt einer vollständigen Rückzahlung nicht.
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