Bitcoin Crash erst am Anfang? Strategy nach Sammelklage unter Druck
Die Diskussionen rund um Strategy (ehemals MicroStrategy) reißen nicht ab. Während eine US-Kanzlei Anleger zur Teilnahme an einer möglichen Sammelklage aufruft, sorgt gleichzeitig ein neuer Stresstest des bekannten Bitcoin-Analysten Adam Livingston für Aufmerksamkeit. Dieser kommt zu dem Schluss, dass Strategy selbst unter extremen Bedingungen zwar keine unmittelbare Insolvenz drohen würde, Aktionäre jedoch massive Verluste erleiden könnten.
Die Entwicklungen zeigen, dass die Risiken rund um das größte börsennotierte Bitcoin-Unternehmen der Welt derzeit intensiver diskutiert werden als seit Langem.
Sammelklage gegen Strategy wird geprüft
Die US-amerikanische Kanzlei Rosen Law Firm hat eine Untersuchungsseite veröffentlicht, über die Investoren einer möglichen Sammelklage gegen Strategy beitreten können.
Untersucht wird, ob das Unternehmen und seine Führungskräfte Anleger möglicherweise durch irreführende Aussagen über das Geschäftsmodell, die Bitcoin-Strategie, die Profitabilität oder die Risiken der stark fremdfinanzierten Bitcoin-Akkumulation getäuscht haben könnten.
Dabei handelt es sich allerdings ausdrücklich noch nicht um eine Klage oder einen Schuldspruch. Vielmehr prüft die Kanzlei zunächst, ob ausreichende Anhaltspunkte für mögliche Ansprüche von Investoren bestehen. Strategy selbst hat sich zu der Untersuchung bislang nicht öffentlich geäußert.
Analyst simuliert Extremfall für Strategy
Parallel dazu veröffentlichte Bitcoin-Analyst Adam Livingston einen umfangreichen Stresstest für Strategy. In seinem Modell unterstellt er ein äußerst negatives Szenario über einen Zeitraum von drei Jahren.
Dazu gehören unter anderem ein Bitcoin-Kursrückgang auf rund 26.600 US-Dollar innerhalb von sechs Monaten, dauerhaft geschlossene Kapitalmärkte sowie die Notwendigkeit, Bitcoin-Bestände zu verkaufen, um Verbindlichkeiten zu bedienen.
Das Ergebnis fällt zwar deutlich negativ aus, gleichzeitig widerspricht Livingston jedoch der häufig geäußerten These einer sogenannten „Death Spiral“. Nach seiner Simulation würde Strategy selbst unter diesen Extrembedingungen nicht unmittelbar insolvent werden.
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Aktionäre könnten dennoch erhebliche Verluste erleiden
Während das Unternehmen laut Modell einen Großteil seiner Bitcoin-Bestände behalten könnte, würde vor allem der Wert für Stammaktionäre massiv sinken.
Livingston geht davon aus, dass der Bitcoin-Anteil pro Aktie in seinem Stressszenario deutlich schrumpfen würde. Ursache dafür wären unter anderem mögliche Verwässerungen, Verkäufe von Bitcoin sowie Veränderungen der Kapitalstruktur.
Seinem Modell zufolge müsste Strategy nach dem Aufbrauchen der Barreserven innerhalb von drei Jahren rund 115.700 Bitcoin verkaufen, um vorrangige Verpflichtungen bedienen zu können. Trotzdem verblieben dem Unternehmen am Ende des Szenarios noch mehr als 731.000 Bitcoin.
Aus Sicht des Analysten liegt das größte Risiko daher nicht in einer sofortigen Insolvenz, sondern in einer erheblichen Wertminderung für bestehende Aktionäre.
Debatte über Strategy dürfte weiter anhalten
Strategy gilt seit Jahren als das Unternehmen mit der aggressivsten Bitcoin-Strategie weltweit. Durch zahlreiche Kapitalmaßnahmen und Anleiheemissionen konnte der Konzern seinen Bestand inzwischen auf mehrere Hunderttausend Bitcoin ausbauen.
Mit dem jüngsten Kursrückgang von Bitcoin rücken jedoch auch die Risiken dieses Modells wieder stärker in den Fokus. Während Befürworter auf den langfristigen Wert der Bitcoin-Reserven verweisen, sehen Kritiker insbesondere die hohe Verschuldung und die Abhängigkeit von funktionierenden Kapitalmärkten als mögliche Schwachstellen.
Ob die laufende Untersuchung der Rosen Law Firm tatsächlich in einer Sammelklage endet und wie realistisch die von Livingston simulierten Szenarien sind, bleibt derzeit offen. Fest steht jedoch, dass Strategy angesichts der aktuellen Marktlage weiterhin zu den meistdiskutierten Unternehmen im gesamten Kryptosektor gehört.
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