Citi sieht Bitcoin bei 113.000 Dollar – darauf kommt es an

Okt 04, 2026 - 17:43
Citi sieht Bitcoin bei 113.000 Dollar – darauf kommt es an

Bitcoin hat sich von den Sommer-Tiefs erholt und notierte zum Zeitpunkt der Citi-Meldung bei rund 84.000 US-Dollar; in der späteren Marktbetrachtung von BÖRSE ONLINE lag der Kurs bei etwa 86.000 Dollar. Als Treiber der Aufwärtsbewegung nennt die Bank stärkere Marktaktivität, ein unterstützendes Makroumfeld und wieder anziehende Zuflüsse in Krypto-Anlageprodukte. Darauf stützt Citigroup ihr neues Zwölf-Monats-Ziel von 113.000 Dollar.

Bitcoin bei 113.000 Dollar: Was Citi erwartet

Citigroup hat ihre Prognose von zuvor 82.000 auf 113.000 US-Dollar angehoben. Vom rund 84.000 Dollar hohen Kursniveau zum Zeitpunkt der Meldung entspricht das einem möglichen Zuwachs von gut einem Drittel. Das ist ein Zwölf-Monats-Kursziel der Bank, keine Aussage darüber, dass Bitcoin diesen Wert geradlinig oder sicher erreicht.

Blick auf die Gebäude der Citigroup-Zentrale in New York City vom Battery Park City North Esplanade aus.
Hauptsitz der Citigroup in New York City

Die Erholung ist bereits weit fortgeschritten: Laut Reuters, wie BÖRSE ONLINE berichtet, legte Bitcoin in den drei Monaten bis Anfang Oktober nahezu 40 Prozent zu. Auf Jahressicht blieb die Kryptowährung dennoch ungefähr vier Prozent im Minus. Der Rückstand zeigt, dass die jüngste Rallye erhebliche vorherige Verluste noch nicht vollständig ausgeglichen hat.

Für den deutschen Markt ist vor allem relevant, ob die wiederkehrende Nachfrage über börsengehandelte Produkte anhält und sich in tatsächlichen Käufen niederschlägt. Die ETF-Zuflüsse im dritten Quartal liefern dafür einen wichtigen Nachfrageindikator, verlaufen aber nicht notwendigerweise gleichmäßig. Ein einzelner Zuflussimpuls belegt noch keinen stabilen, breit getragenen Trend.

ETF-Zuflüsse und institutionelle Nachfrage als Kurstreiber

Citi verweist auf drei Faktoren: eine stärkere Aktivität am Kryptomarkt, ein günstigeres makroökonomisches Umfeld und die Rückkehr von Kapital in börsengehandelte Krypto-Produkte. Die Bank erwartet außerdem, dass Finanzberater und Broker ihre Krypto-Allokationen schrittweise ausbauen. Zusammen könnten diese Entwicklungen in den kommenden zwölf Monaten rund fünf Milliarden Dollar Zuflüsse in Krypto-Anlageprodukte bringen.

Zwei physische Bitcoin-Münzen auf schwarzem Hintergrund.
Physische Darstellung von Bitcoin

Die Prognose bezieht sich auf Krypto-Anlageprodukte insgesamt und ist nicht mit einer Zusage gleichzusetzen, dass fünf Milliarden Dollar ausschließlich in US-Spot-Bitcoin-ETFs fließen. CoinDesk berichtete ergänzend, dass die Nettozuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs bis Ende September 2026 wieder positiv waren und für das laufende Jahr rund 800 Millionen Dollar erreichten. Diese Zahl beschreibt einen bisherigen Zeitraum; Citis fünf Milliarden Dollar sind dagegen eine Erwartung für die nächsten zwölf Monate und betreffen eine breitere Produktkategorie.

Genau hier liegt der zentrale Hebel der Citi-These: Wenn Berater und Broker ihre Allokationen tatsächlich erhöhen, entsteht Nachfrage, die über kurzfristige spekulative Positionierung hinausreichen kann. Bleiben die Zuflüsse dagegen punktuell oder drehen erneut ins Negative, fällt ein wesentlicher Teil der Begründung für das höhere Kursziel weg. Die institutionelle Nachfrage ist damit nicht nur Begleiterscheinung, sondern eine Voraussetzung der Prognose.

113.000 Dollar bleiben eine Prognose, keine Garantie

Citi hat ihre Bitcoin-Einschätzung bereits mehrfach angepasst: Nach nachlassender ETF-Nachfrage senkte die Bank ihr Ziel zunächst, nun hebt sie es wieder an. Das macht sichtbar, wie stark die Prognose von Kapitalströmen und Marktstimmung abhängt. Auch für Ether wurde die Zwölf-Monats-Erwartung erhöht, von 2.240 auf 3.028 US-Dollar.

Die neue Einschätzung steht zudem in einem Marktumfeld, in dem andere Häuser ebenfalls höhere Kurse erwarten, aber nicht zwingend mit demselben Zeithorizont. Standard Chartered hält laut BÖRSE ONLINE an einem Bitcoin-Ziel von 100.000 Dollar bis Ende 2026 fest. Citis Marke von 113.000 Dollar bezieht sich hingegen auf die kommenden zwölf Monate; ein direkter Vergleich muss diesen Unterschied berücksichtigen.

Im Bullcase würden anhaltende Produktzuflüsse, höhere Allokationen institutioneller Vermittler und ein unterstützendes Makroumfeld den Kurs weiter tragen. Der Bearcase setzt bei denselben Variablen an: schwächere Zuflüsse, ein ungünstigeres Umfeld für Risikoanlagen oder eine erneute Verschlechterung der Marktstimmung könnten die Erholung bremsen. Hinzu kommt die hohe Volatilität von Bitcoin, die auch bei einer grundsätzlich positiven Nachfrage kurzfristige Rücksetzer nicht ausschließt.

Entscheidend ist daher weniger die runde Zielmarke als die Beständigkeit der Nachfrage. Solange die Zuflüsse zurückkehren und das Makroumfeld trägt, bleibt Citis höheres Ziel plausibel; die bislang negative Jahresbilanz erinnert zugleich daran, dass eine kräftige Dreimonatsrallye noch keine bestätigte Trendwende garantiert.

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