Bitwise-Experte sicher: Hyperliquid ist massiv unterbewertet
Hyperliquid zählt trotz der jüngsten Korrektur weiterhin zu den stärksten Kryptowährungen des laufenden Jahres. In der vergangenen Woche gab der HYPE-Token deutlich nach, seit Jahresbeginn steht dennoch ein Kursplus von mehr als 130 Prozent zu Buche. Damit entwickelte sich HYPE besser als die übrigen großen Altcoins und etablierte sich zeitweise unter den zehn wertvollsten Kryptowährungen.
Die starke Rallye bedeutet nach Einschätzung von Bitwise-CIO Matt Hougan jedoch nicht zwangsläufig, dass der Token inzwischen teuer ist. Vielmehr könnte der Markt das langfristige Potenzial der Handelsplattform weiterhin unterschätzen, insbesondere wenn klassische Finanzprodukte zunehmend über leistungsfähige Blockchain-Infrastrukturen gehandelt werden.
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Darum hält Matt Hougan HYPE weiterhin für günstig
Bitwise-CIO Matt Hougan begründet seine Einschätzung vor allem damit, dass Hyperliquid nicht mehr ausschließlich als dezentrale Börse für Krypto-Perpetuals betrachtet werden sollte. Nach seiner Auffassung entwickelt sich die Plattform zunehmend zu einer globalen Handelsinfrastruktur, über die künftig neben Kryptowährungen auch Aktienindizes, Rohstoffe, tokenisierte Wertpapiere, Prognosemärkte und weitere traditionelle Finanzprodukte gehandelt werden könnten. Damit adressiert Hyperliquid langfristig einen wesentlich größeren Markt als reine Krypto-Derivate.
Bereits heute zeigt sich diese Expansion bei Märkten auf Öl, Silber oder den S&P 500. Hougans zentrale These lautet deshalb, dass der nächste Krypto-Bullenmarkt weniger vom Wettbewerb zwischen Kryptowährungen und traditionellen Finanzinstituten geprägt sein könnte. Stattdessen könnten Blockchains zur technischen Grundlage für Teile des klassischen Finanzsystems werden. Stablecoins, tokenisierte Aktien, rund um die Uhr geöffnete Märkte, sofortige Abwicklung und dezentrale Finanzanwendungen würden dabei zunehmend miteinander verschmelzen.
Hinzu kommt das Geschäftsmodell von Hyperliquid. Die Plattform bewegt sich aktuellen Schätzungen zufolge in Richtung eines annualisierten Umsatzes von rund 800 Millionen US-Dollar. Nahezu sämtliche Protokolleinnahmen werden über den Assistance Fund für Rückkäufe von HYPE am offenen Markt eingesetzt. Dadurch entsteht eine vergleichsweise direkte Verbindung zwischen steigender Plattformnutzung, wachsenden Gebühreneinnahmen und zusätzlicher Nachfrage nach dem Token. Genau diese wirtschaftliche Wertübertragung fehlte bei vielen älteren DeFi-Projekten, deren Token trotz steigender Nutzung kaum von den Einnahmen ihrer Plattformen profitierten.
Hougan hält HYPE deshalb selbst nach der starken Kursentwicklung nicht für vollständig bewertet. Seiner Einschätzung nach könnte sich der Tokenpreis sogar verdoppeln und anschließend noch immer auf einem angemessenen Bewertungsniveau liegen. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass Hyperliquid seine führende Marktposition behauptet, weitere traditionelle Märkte erschließt und das hohe Handels- und Umsatzniveau langfristig stabilisiert. Die Bewertung beruht somit weniger auf einer kurzfristigen Kursprognose als auf der Erwartung, dass sich Hyperliquid von einer Krypto-Börse zu einer umfassenden Onchain-Handelsplattform entwickelt.
Können Hyperliquids Rückkäufe langfristig sogar zu weit gehen?
Hyperliquid gilt als positives Beispiel für eine klare Wertübertragung an Token-Inhaber. Ein Großteil der Protokolleinnahmen wird für Rückkäufe des HYPE-Tokens eingesetzt, wodurch steigende Handelsaktivität unmittelbar zusätzliche Nachfrage am Markt erzeugt. Sam Schubert sieht darin grundsätzlich einen Vertrauensvorteil, weil Nutzer erkennen können, wie wirtschaftlicher Erfolg dem Token zugutekommt. Gleichzeitig warnt er jedoch davor, nahezu sämtliche Einnahmen dauerhaft zurückzuführen.
Gerade weil Hyperliquid zunehmend in traditionelle Märkte wie Aktienindizes, Rohstoffe und weitere Finanzprodukte expandiert, könnte eine stärkere Reinvestition langfristig sinnvoller sein. Kapital könnte beispielsweise für neue Produkte, technische Infrastruktur, Entwickler, Sicherheit, Marketing oder die Erschließung zusätzlicher Nutzergruppen verwendet werden. Rückkäufe stärken zwar kurzfristig die Token-Nachfrage und können das verfügbare Angebot reduzieren.
Ein zu aggressives Programm könnte jedoch Wachstumschancen begrenzen, falls für Expansion und Produktentwicklung zu wenig Kapital verbleibt. Schuberts Argument lautet daher: Hyperliquid sollte den bewährten Mechanismus beibehalten, aber möglicherweise einen Teil der Gewinne gezielt in nachhaltiges Wachstum investieren.
Hyperliquids Dominanz erschwert neuen Perp-DEXs den Markteintritt
Hyperliquid besitzt im Markt für dezentrale Perpetual-Börsen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Laut Stacy Muur entfallen rund 62 Prozent des gesamten Open Interest der Perp-DEXs auf die Plattform. Dadurch konzentrieren sich Liquidität und Handelsaktivität bei Hyperliquid, während kleinere Konkurrenten häufig mit größeren Spreads, höherer Slippage und geringerer Ausführungssicherheit kämpfen. Für aktive Trader entstehen deshalb reale Kosten, wenn sie zu einer neuen Plattform wechseln.
Gleichzeitig verliert das frühere Airdrop-Modell an Wirkung. Viele Nutzer testeten neue Protokolle vor allem in der Hoffnung auf spätere Token-Zuteilungen. Da jedoch rund 92,9 Prozent der zwischen 2024 und 2026 gestarteten Token unter ihrem Ausgabepreis handeln sollen, ist dieses sogenannte Airdrop-Farming deutlich unattraktiver geworden.
Neue Perp-DEXs können Nutzer somit weder allein mit möglichen Belohnungen noch mit austauschbaren Funktionen dauerhaft gewinnen. Hyperliquid profitiert dagegen von einem starken Liquiditätsnetzwerk, hoher Bekanntheit und etablierten Handelsstrukturen. Neue Anbieter benötigen deshalb klare technologische Vorteile oder spezialisierte Märkte, um nachhaltige Marktanteile aufzubauen.
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